Der belgische Tiefkühlproduzent Ardo will das Werk in Großenzersdorf schließen. Jahrzehntelang hatten die Beschäftigten des Werks zuerst für Unifrost/Eskimo Iglo, Unilver, Austria Frost, dann Ardo gearbeitet und Profite erwirtschaftet. Jetzt will Ardo endgültig schließen, woanders wären die Profite höher.

Wahr ist, dass die Anzahl der Beschäftigten seit Jahrzehnten abnimmt. Der Höchststand lag in den 1980er Jahren bei knapp 2.000 – seither wurden Schritt für Schritt Jobs vernichtet. 1998 wurden rund 250 “abgebaut”. 2008, bei der Übernahme durch Ardo, waren nur mehr 360 übrig. Ardo garantierte zwar die Weiterbeschäftigung, doch schon 2012 mussten weitere 70 gehen und jetzt verlieren die letzten knapp 200 Menschen ihren Job.

Wahr ist auch, dass die jeweiligen Eigentümer*innen reichlich mit öffentlichen Geldern unterstützt wurden. Mit Grundstückskäufen (2005 um 3,75 Millionen Euro durch das Land), Schuldenschnitt (2005: 60% der Schulden wurden erlassen, auch durch die Republik), Haftungsübernahmen für Kredite (2008: 1,5 Millionen), Energiekostenzuschüsse (2023: 778.000.-), Energieabgabenvergütung (2023-25: 1-2 Millionen) und CO², COVID sowie Investitionszuschüsse (bis 2024 über 300.000.-) flossen üppige Geldmitteln aus unseren Steuern in die Taschen von Besitzer*innen und Management.

Doch das reichte alles nicht…. Schon im Jahr 2000 wurden die Beschäftigten zu Lohneinbußen gedrängt, weil sie angeblich “zu teuer” wären.1998 wies der Konzernbetriebsrat darauf hin, dass die Erfolge „auf dem Rücken der Arbeitnehmerschaft“ erzielt worden sind. Selbst die ÖVP muss heute zugeben, dass die Ardo-Konzernleitung mit “verdrehten Fakten” argumentiert. Im laufenden Betrieb steht die Firma keineswegs so schlecht da, wie behauptet wird, allerdings wurde nicht investiert und damit Schulden mitgezogen. Aber alle Zugeständnisse und Geschenke haben nichts gebracht, wenn woanders höhere Profite winken… Auch die Zurückhaltung nach dem Streik 2023 hat das Werk nicht gerettet – weil es dem Konzern nur um die Profite geht.

Die Zahlen belegen allerdings auch, dass es die Beschäftigten und auch die öffentliche Hand waren, die die Werte bei Ardo geschaffen haben. Warum gehört es also nicht längst genau jenen, die diese Werte geschaffen haben? Die ÖVP preist die jetzt gefundene „Lösung“ – aber die Jobs der Beschäftigten sind weg. Eine Übernahme in die öffentliche Hand würde Jobs, die Abnahme für die Bäuer*innen und die Versorgung mit Nahrungsmitteln sichern. Die Beschäftigten kennen das Werk am besten. Sie könnten einen Plan erstellen, welche Investitionen nötig sind.