Dieser Artikel von Gauche Révolutionnaire (CWI in Frankreich) erschien am 21.10.2026 auf http://www.socialistworld.net

Jugend und Arbeiter*innen: Lasst uns eine Massenstreikbewegung gegen Macron und seine Politik aufbauen!

Eine Jugendbewegung, die sich ausbreitet und Fuß fasst

Nach den Protesten vom Samstag, dem 17. Oktober, befinden wir uns in Frankreich an einem Wendepunkt. Die Schüler*innenbewegung, die am 17. September in der Île-de-France an einem Gymnasium in einem Arbeiterviertel von Val-de-Marne begann [94], breitete sich rasch aus. Auslöser waren die katastrophalen Lernbedingungen, der Verfall von Lehrmaterialien und Gebäuden, aber auch die völlig unmöglichen Stundenpläne, die die Schüler*innen erschöpfen und ihnen den Sinn ihrer schulischen Tätigkeit rauben. Denn alles dreht sich entweder um den Schulabschluss nach dem Abitur oder um die Auswahl über das Hochschulzugangssystem „Parcoursup“, das auf besonders grausame und völlig ungerechte Weise durchgeführt wird.

Defizite und Budgetkürzungen an den Universitäten

Anschließend griff die Bewegung rasch auf die Universitäten über. Dort hatte sich bereits eine kleine Bewegung aufgrund der Bedingungen zu Beginn des akademischen Jahres 2026/27 gebildet, da alle staatlichen Universitäten in Frankreich mit einem Haushaltsdefizit starteten. Die sukzessiven Budgetkürzungen der Macron-Regierung im Bildungs- und Hochschulbereich sind direkt für diese Situation verantwortlich.

Die öffentlichen Dienste sind heute völlig unterfinanziert, ebenso wie das öffentliche Bildungswesen, vom Kindergarten bis zur Universität.

Die Wurzeln des Zorns

Der Aufstand an den Gymnasien in den Arbeitervierteln Val-de-Marne [94] und Seine-Saint-Denis [93] in der Region Île-de-France hat den Funken entzündet, der die seit Jahren angespannte Wut an vielen Schulen entfacht hat. Diese Wut wurzelt natürlich in der sozialen und wirtschaftlichen Lage und der fehlenden Zukunftsperspektive für viele Jugendliche.

Und dann gibt es noch die politischen Faktoren. Seit zwei Jahren beobachten wir eine Polarisierung der Gesellschaft und insbesondere eine Radikalisierung und den Beginn einer Politisierung vieler junger Menschen angesichts einer zunehmend ungerechten Welt und Gesellschaft – und natürlich angesichts des Krieges, insbesondere seit Beginn der Militäroffensive und des Völkermords im Gazastreifen durch Netanjahu.

Doch hinter all dem steht die wirtschaftliche Lage. Die Regierung nutzt Frankreichs hohe Staatsverschuldung als Vorwand für ihre Kürzungen im öffentlichen Dienst. Im Industriesektor nehmen die Entlassungen zu. Es ist sehr schwierig, Arbeit zu finden, insbesondere für junge Menschen. All diese Faktoren spielen zusammen.

Wie können wir die Studierendenbewegung stärken?

An den Universitäten müssen wir mit unseren Kommilitonen sprechen, insbesondere mit denen, die sich noch nicht beteiligen, und sie zum Mitmachen bewegen! Die Taktik der Massenblockaden vor Schulen und Universitäten hat ausgedient. Immer mehr Studierende verlassen den Campus bei Blockaden, weil sie nichts zu tun haben und es nicht immer einfach ist, sich einer Blockade anzuschließen. Jetzt müssen Studierende, die sich der Bewegung anschließen wollen, die Möglichkeit haben, sich zu treffen und auszutauschen, damit die Studierendenbewegung alle erreicht. Außerdem nutzen die Universitätsrektoren die Abwesenheit der Studierenden auf den Campussen aus. Sie stufen Lehrveranstaltungen herab, stellen auf Online-Lehre um oder schließen die Universitäten komplett!

Für demokratische Massenversammlungen und Massenmobilisierungen

Um dem entgegenzuwirken, müssen wir sicherstellen, dass die Vollversammlungen massiv besucht werden, damit sich alle aktiv am Kampf beteiligen können! Signal- oder WhatsApp-Gruppen reichen zur Koordination der Aktivitäten nicht mehr aus. Jede Universität bzw. jeder Campus sollte seine Basis erweitern, seine spezifischen Forderungen diskutieren und wöchentlich gewählte Aktionskomitees einsetzen, die die Tagesordnungen der Vollversammlungen vorbereiten und Entwürfe für Flugblätter zur Verteilung auf dem Campus erstellen. Wir sollten außerdem regelmäßig Repräsentant*innen wählen, die den Auftrag erhalten, die Bewegung durch Koordination auf lokaler und anschließend nationaler Ebene zu vereinen und zu stärken.

Die Mobilisierung auf den Campussen muss sowohl Studierende als auch Arbeiter*innen einbeziehen, nicht nur die Dozent*innen, sondern auch die Verwaltungsangestellten der Universitäten und diejenigen, die für CROUS [Centres régionaux des œuvres universitaires et scolaires *] arbeiten, die bereits am 22. und 29. September gestreikt haben.

Gegen Rassismus und Spaltung!

Ein wachsender Teil der Jugend, vor allem aus Arbeiter*innenvierteln, erkennt, wie Macron Repression und Rassismus organisiert, mit systematischen Polizeieinsätzen, einschließlich Racial Profiling, und natürlich auch mit einer ganzen Propaganda und Ideologie, die junge Menschen stigmatisiert, insbesondere junge Schwarze, Araber*innen, Muslime/a oder diejenigen, die sie als solche ansehen.

Die Rolle der bürgerlichen Parteien und der RN bei der Spaltung des Kampfes

Diese Spaltungs- und Herrschaftsstrategie prägt die gesamte Propaganda der bürgerlichen Parteien, von der rechtsgerichteten LR (Les Républicains) über die Macronisten bis hin zum rechtsextremen RN (Rassemblement National). Sie nutzen Rassismus und schüren Hass gegen Muslime/a, um eine mögliche Vereinigung von Arbeiter*innen und Jugendlichen gegen Macrons Politik zu verhindern. Mit jedem Tag zeigt der RN, insbesondere in der Nationalversammlung, dass er im Interesse der Kapitalist*innenklasse handelt, genau wie Macron selbst – indem er Lohnerhöhungen ablehnt, Gesetze zum Schutz der Rechte von Frauen und Kindern zurückweist, Arbeitnehmer*innenrechte beschneidet und Angriffe auf Arbeitslose und prekär Beschäftigte unterstützt. Ein Teil der Kapitalist*innen, die Le Pen unterstützen, befürchtet jedoch, dass der kapitalistische, armen- und arbeiterfeindliche Charakter des RN noch vor der Präsidentschaftswahl zu deutlich zutage treten könnte.

Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten – und trotz der Repression – war der 17. Oktober ein gewaltiges Ereignis!

Zwischen 600.000 und 800.000 Menschen gingen auf die Straße! Es war ein gewaltiger Protest. Und das ist eigentlich nicht verwunderlich. Der Benzinpreis liegt bei rund 2,40 € pro Liter und sinkt nicht. Die Regierung unternimmt nichts Entscheidendes dagegen und erleichtert es Konzernen wie Total, sich auf unsere Kosten zu bereichern. Der Großteil der Arbeiter*innenklasse leidet täglich unter den hohen Benzin- und Transportkosten, aber auch unter den unerträglich steigenden Lebensmittelpreisen, während die Löhne für die große Mehrheit der Arbeitnehmer*innen stagnieren.

Der 17. Oktober, ein Samstag, war als Aktionstag ausgerufen worden, ähnlich wie es den Gelbwesten acht Jahre zuvor gelungen war. Viele Arbeiter*innen hatten sich dieses Datum gemerkt und es galt als wichtiger nächster Schritt der Bewegung. Dieser Schritt wurde schließlich entscheidend, denn die Bewegung von Schüler*innen, die sich dann auf die Universitäten ausbreitete, gewann immer mehr an Dynamik und fand breite Unterstützung in der Arbeiter*innenklasse – nicht nur, weil es um die eigenen Kinder ging, sondern auch, weil sie die Angriffe auf junge Menschen generell ablehnten.

Konfrontiert mit polizeilicher und administrativer Gewalt

Die von Macron, Lecornu und Nuñez orchestrierte Polizeirepression spielt eine entscheidende Rolle. Das Ausmaß der Repression ist im Vergleich zur Geschichte von Jugendbewegungen absolut beispiellos. Vor dem 17. Oktober wurden fast 8.000 Menschen verhaftet. Das sind mehr als während der Gelbwestenbewegung selbst, die ebenfalls extremer Repression ausgesetzt war.

Nach dem 17. Oktober haben zwei junge Menschen ein Auge verloren, darunter ein 17-Jähriger am Samstag in Mulhouse und ein weiterer bei den vorangegangenen Aktionen an einer Schule. Es gibt Jugendliche, die verstümmelt wurden, einem anderen wurde die Hand abgerissen und Menschen erlitten bei den Demonstrationen Herzstillstände. Hinzu kommen die Verletzten und viele weitere Menschen, die von der Repression betroffen sind.

Die Repressionen beschränken sich nicht auf die Polizei. Für Gymnasiast*innen sind nach den Herbstferien, also nach dem 2. November, Disziplinarausschüsse an den Schulen geplant. Auch Lehrer*innen, die sich engagiert haben, müssen mit Disziplinarmaßnahmen rechnen.

All dies ist Teil der Repression und Kriminalisierung junger Menschen, die ihnen den Anschein von Zerstörungswut vermitteln sollen, obwohl sie im Gegenteil für ihr Recht und die Mittel kämpfen, sich eine bessere Zukunft aufzubauen. Diese Forderung kollidiert jedoch frontal mit dem kapitalistischen System und dessen Unfähigkeit, die Bedürfnisse der Mehrheit der Bevölkerung zu befriedigen, da dieses System auf der Herrschaft einer winzigen Minderheit ultrareicher Menschen über die große Mehrheit der Bevölkerung beruht.

Für einen neuen, entscheidenden Schritt: Die Arbeiter*innenklasse muss sich der Aktion anschließen.

Angesichts dieser Situation müssen wir natürlich einen neuen, entscheidenden Schritt wagen, bei dem die Jugend und die Arbeiter*innen nicht nur ihre kollektive Stärke und ihre große Zahl spüren – wie wir es am 17. Oktober mit der Mobilisierung von 600.000 bis 800.000 Menschen auf den Straßen erlebt haben, eine Mobilisierung, die die breite Unterstützung in der Bevölkerung demonstrierte. Die Entschlossenheit der jungen Menschen bestätigt den entschlossenen Charakter der gesamten Bewegung, der bei allen Demonstrationen am 17. Oktober spürbar war. Trotz Repressionen und der Verweigerung des Demonstrationsrechts in vielen Großstädten, da die Anordnungen der lokalen Departementsleiter und des Innenministeriums darauf abzielten, die Durchführung von Märschen und Demonstrationen, die diesem Namen gerecht werden, zu verhindern. Dies geschah in Paris, aber auch in anderen Großstädten wie Marseille, wo die Zufahrten zu den Autobahnen und in die Innenstadt blockiert wurden, aber dennoch Raum für Plünderungen gelassen wurde. Es kam zu Plünderungen verschiedener Art: Diebstähle aus Geschäften, bei denen Waren für den Weiterverkauf entwendet wurden, aber auch Plünderungen von Supermärkten, wo ein Teil der Lebensmittel, insbesondere in Paris, an Obdachlose und Menschen, die auf der Straße schliefen, verteilt wurde. Und wir sahen auch junge Leute, die sich ein oder zwei Tüten mit Lebensmitteln füllten – einfach nur zum Essen.

Vandalismus, Plünderungen und vereinzelte Ausschreitungen haben aufgrund der sich verschlechternden sozialen Verhältnisse stattgefunden, bieten aber keinerlei Lösung. Für die Bewegung als Ganzes ist diese Gewalt kontraproduktiv und hält einige Arbeiter*innen und Jugendliche aus Angst vor Repressionen von der Teilnahme an Demonstrationen ab.

Es gibt auch einen Teil der Jugendlichen und Arbeiter*innen, der sich von diesem Chaos distanzieren will, denn er strebt nach einer solidarischen, einer kollektiven Gesellschaft, einer Gesellschaft, die den Bedürfnissen aller gerecht wird. Dieses zentrale Anliegen muss von der organisierten Arbeiter*innenbewegung gehört und aufgegriffen werden. Denn nur das bewusste und organisierte Eingreifen der Arbeiter*innenklasse, die als Klasse handelt, kann das Kräfteverhältnis entscheidend verändern – und nichts anderes. Die Gewerkschaften und politischen Parteien, die sich als Vertreter*innen der Arbeiter*innenklasse bezeichnen, müssen die durch die Jugendrevolte entstandene Chance nutzen: Die zentrale Rolle der Arbeiter*innenklasse im Handeln muss deutlich werden.

Macht den 5. November zu einem 24-stündigen Generalstreik!

Die Arbeiter*innen, die den Reichtum eines Landes erwirtschaften, haben sich, wann immer möglich, an den Demonstrationen beteiligt. Am Samstag, dem 17. Oktober, gingen sie in großer Zahl auf die Straße, doch da ein eindeutiger Aufruf zu einem gemeinsamen Streik von öffentlichem und privatem Sektor fehlt, erkennen viele ihre zentrale Rolle noch nicht.

Die Erfahrungen früherer Bewegungen, die erfolgreich Angriffe der Regierung gestoppt haben, zeigten stets, dass die Arbeiter*innen mobilisiert, Streikmaßnahmen ergriffen und diese Streikmaßnahmen entschlossen organisiert haben.

Nach dem 29. September, einem Streiktag im öffentlichen Dienst und in einer Reihe weiterer Branchen, an dem sich auch Beschäftigte beteiligten, riefen die Gewerkschaftsführungen zu einem eintägigen Streik im öffentlichen und privaten Sektor am 5. November auf, um gegen Budgetkürzungen und Entlassungen zu protestieren. Dieser Termin rückt nun in knapp zwei Wochen näher und hat inzwischen eine deutlich größere Bedeutung erlangt als Ende September, als die Aktion noch in weiter Ferne schien.

Machen wir den 5. November zu einem entscheidenden Tag im Kampf gegen Macron und seine prokapitalistische Politik.

Angesichts der Jugendbewegung und der von ihr gezeigten Revolte der jungen Menschen wird der 5. November zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Arbeiter*innenklasse, ihren rechtmäßigen Platz in der Bewegung einzunehmen und ihre Forderungen nach Lohnerhöhungen, einem Preisstopp und einer Senkung der Preise, aber natürlich auch den Kampf gegen die geplanten Entlassungen und die Forderung nach der Rückforderung des benötigten Geldes aus den Profiten der Kapitalist*innen und der großen multinationalen Konzerne, die auch in diesem Jahr wieder Dividenden und Rekordgewinne erzielen, einzubringen.

Das bedeutet natürlich, sich frontal gegen die Regierungspolitik zu stellen, da diese gleichzeitig einen massiven Sparhaushalt ankündigt – deshalb wurde der 5. November als Datum gewählt, um gegen die Spar- und Kürzungspolitik der Regierung anzukämpfen.

In dieser Situation muss die für den 5. November geplante Aktion deutlich größer und entschlossener ausfallen. Die Gewerkschaftsführungen müssen reagieren. Gewalt und Zerstörung dürfen nicht als Vorwand dienen, um den Streik vom 5. November herunterzuspielen und seine Bedeutung zu relativieren. Das genaue Gegenteil ist erforderlich!

In den verbleibenden zwei Wochen muss eine breite Mobilisierung an den Arbeitsplätzen, in den Versammlungen und in den Betriebsratssitzungen organisiert werden, damit die Arbeiter*innen an ihren Arbeitsplätzen diesen Tag nutzen und ihn zu einem entscheidenden Aktionstag gegen Macrons Politik, gegen die Kapitalist*innen und gegen eine Gesellschaft machen, die die Zukunft unserer Jugend zerstört und die Arbeitsbedingungen derer, die arbeiten, untergräbt.

Drei Tage in Folge gestreikt!

Der 5. November, der als gemeinsamer, koordinierter Streik im öffentlichen und privaten Sektor ausgerufen wurde, muss zu einem „totalen Streiktag“ werden – einem 24-stündigen Generalstreik, einem Tag militanter Aktionen, an dem die streikenden Arbeiter*innen von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz ziehen, um mit anderen Arbeiter*innen zu sprechen, sich in einer Vollversammlung zu organisieren und noch am selben Abend oder am nächsten Morgen Versammlungen an ihren Arbeitsplätzen zu planen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wir müssen unverzüglich – oder besser noch vorher – wissen, wann der nächste Termin nach dem großen Streik- und Demonstrationstag am 5. November sein wird!

Es liegt an den Arbeiter*innen und Jugendlichen, gemeinsam über die nächsten Schritte der Bewegung zu entscheiden, und am 5. November müssen die Arbeiter*innen und Jugendlichen Wege finden, um sich zu einigen und Forderungen an die Gewerkschaftsführungen für zwei oder sogar drei aufeinanderfolgende Streiktage zu stellen, damit der Druck auf diese Regierung erhöht werden kann, um sie dazu zu bringen, von ihrem Sparhaushalt abzurücken.

Natürlich ist es unerlässlich, dass an diesem Tag nicht nur große Demonstrationen stattfinden, die für alle Teilnehmenden sicher organisiert und begleitet werden, sondern auch ein Tag entschlossenen Handelns ist. Das bedeutet, dass an diesem Tag auch Betriebsversammlungen und Streikposten an allen Arbeitsplätzen abgehalten werden müssen, wo wir mit Passant*innen und Kolleg*innen aus demselben Industriegebiet sprechen können, um einen entscheidenden Kampf gegen Macron und gegen die gesamte Politik der Kapitalist*innen zu führen.

Dafür steht Gauche Révolutionnaire, indem sie durch ihre entschlossene Aktivität in Betrieben, Schulen und Hochschulen einen massiven Streiktag am 5. November im öffentlichen und privaten Sektor aufbaut, einen Tag des „totalen Streiks“, mit Streikposten vor den Toren aller Unternehmen, aller Bildungsstätten, aller Arbeitsplätze, aller Gymnasien und Bildungseinrichtungen, aber auch durch Vollversammlungen tagsüber und abends oder sogar am nächsten Morgen, um die Folgen des Streiks zu erörtern und zu drei aufeinanderfolgenden Streiktagen aufzurufen, um die Politik dieser Regierung und Macrons und der Politiker im Dienste der Kapitalist*innen zu stürzen.

Eine politische Perspektive für Arbeiter*innen und Jugendliche

Politisch wollen Arbeiter*innen und Jugendliche Macron entgegentreten. Er wird gehasst von der Mehrheit der Bevölkerung, doch es fehlt eine Perspektive, was an Macrons Stelle treten soll, was ihn ersetzen kann. Daher ist die Frage der politischen Organisierung von Arbeiter*innen und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Eines ist klar: Sobald eine politische Kraft sich entschlossen gegen die Regierung ausspricht, wird sie angegriffen.

La France Insoumise und die nächsten Schritte

La France Insoumise spielt heute eine bedeutende Rolle. Die Partei wird von den bürgerlichen Parteien und den Medien permanent angegriffen und für Vandalismus und soziale Unruhen mitverantwortlich gemacht. Doch die wahren Schuldigen sind Macron und die Kapitalist*innen. La France Insoumise ist ein wichtiger Akteur in der Bewegung, beispielsweise mit ihren Forderungen nach einem Preisstopp und Lohnerhöhungen. Sie ist zudem die einzige politische Kraft mit breiter Unterstützung in der Bevölkerung, insbesondere unter den aktivsten Aktivist*innen, Schüler*innen, Studierenden und Demonstrant*innen. Darüber hinaus ruft sie zur Eskalation der Bewegung und zum Aufbau des Streiks am 5. November auf.

Die Unterstützung für Jean-Luc Mélenchons Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen am 18. April und 2. Mai 2027 wächst. Ein großer Teil der Jugend, aber auch ein zunehmender Teil der Arbeiter*innenschaft, zeigt Interesse an La France Insoumise und erkennt die Bedeutung einer politischen Bewegung, die die Bestrebungen junger Menschen und Arbeiter*innen in ein kohärentes und kämpferisches Programm umsetzt.

Es ist klar, dass eine Massenstreikbewegung gegen Macron, sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl, eine äußerst günstige Situation für Arbeiter*innen und Jugendliche schafft, um endlich eine politische Stimme zu erhalten, die unabhängig von den Parteien der Bourgeoisie ist, natürlich unabhängig von der Rechten, der RN und den Macronisten, aber auch unabhängig von der Parti Socialiste von Hollande und Glucksmann, einer Partei, die ganz offensichtlich auch existiert, um den Interessen der Bourgeoisie zu dienen.

Die Kapitalist*innen herausfordern, indem man die Bewegung aufbaut

La France Insoumise sollte auf die aktuelle Situation nicht nur mit einem Aufruf zur Wahl von Mélenchon im Jahr 2027 reagieren. Er muss alle dazu aufrufen, sich den Reihen von LFI anzuschließen, um sich sowohl jetzt als auch in den kommenden Wochen in der Bewegung zu organisieren und eine Bewegung sowie die notwendigen Massenstreikaktionen aufzubauen, um Macrons Politik zu stoppen.

La France Insoumise hält am 7. November ihren nationalen Kongress ab. Dieser Tag muss der Moment sein, in dem die Bewegung die Strukturen schafft, die es jungen Menschen und Arbeiter*innen ermöglichen, sich politisch um ein kämpferisches antikapitalistisches Programm zu organisieren: die Verstaatlichung aller Unternehmen, die Mitarbeiter entlassen, unter demokratischer Arbeiter*innenkontrolle und -verwaltung, insbesondere der Schlüsselbranchen wie Energie, aber auch der Pharma- und Medizinindustrie und natürlich der gesamten Industrie. Schließlich wurde in der Woche vor dem 17. Oktober die Insolvenz der Gießerei Bretagne bekannt gegeben, und die „Forges de Tarbes“ wurden vom Hedgefonds Europlasma übernommen, der ebenfalls vor der Schließung steht, sollten die Arbeiter*innen nicht die Initiative ergreifen.

Beteilige dich bei Gauche Révolutionnaire

  • Für einen Preisstopp und Preissenkungen.
  • Für Lohn- und Studienbeihilfeerhöhungen und deren Inflationssicherung durch Kopplung an den Preisindex
  • Nein zu Arbeitsplatzverlusten, nein zu Entlassungen! Lasst uns organisieren!
  • Öffentliches Eigentum, unter Kontrolle und Leitung der Arbeiter*innen aller Unternehmen, die Schließungen ankündigen oder Mitarbeiter*innen entlassen!
  • Reduzierung der Arbeitszeit ohne Gehaltseinbußen, bis es keine Arbeitslosigkeit mehr gibt!
  • Ein Ende diskriminierender Maßnahmen wie der Erhöhung der Studiengebühren und der Abschaffung der APL-Wohngeldzuschüsse [Aide Personnalisée au Logement] für Studierende aus Nicht-EU-Ländern
  • Bau und Sanierung von angemessenem und preiswertem Wohnraum in ausreichender Zahl sowie Enteignung leerstehender Wohnungen!
  • Für qualitativ hochwertige, bedarfsgerechte öffentliche Dienstleistungen, insbesondere mit verstärktem Personal in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Verkehr.
  • Für eine sozialistische und damit demokratische Gesellschaft, in der wir gemeinsam entscheiden, was und wie produziert wird, um die Bedürfnisse aller zu befriedigen und gleichzeitig Krieg, Diskriminierung, Arbeitslosigkeit und Armut zu beseitigen…

Wir rufen alle Jugendlichen und Arbeiter*innen, die auf dieser Grundlage kämpfen wollen, auf, sich uns anzuschließen, an unseren öffentlichen Versammlungen in allen Städten, in denen wir organisiert sind, und an unseren Online-Treffen teilzunehmen. Diskutiert mit uns darüber, wie wir eine revolutionäre Partei gegen den Kapitalismus und für den Sozialismus aufbauen können!

*) regionale Zentren für das Studierendenleben; sie verwalten die Studierendenheime samt zugehöriger Gastronomie, die Mensen, verwalten die Stipendien und Zuschüsse an Studierende und kümmern sich um den Empfang und die Betreuung von Studierenden aus dem Ausland