Nächster Schritt: Internationaler Schul- und Unistreik am 20.11. “Gegen ihre Kriege – für unsere Zukunft!”

Am Freitag, den 9. Oktober nahmen in ganz Österreich tausende Schüler*innen, Lehrpersonen und andere an Schulstreiks und Demonstrationen gegen das Kopftuchverbot teil. Viele Lehrpersonen waren Teil der Proteste und zeigten gemeinsam mit den Schüler*innen auf, was die tatsächlichen Probleme im Bildungswesen sind: zu wenig Lehrpersonen, zu wenig Ressourcen, eine frühe Trennung der Kinder entlang ihrer sozialen und oft auch ethnischen Herkunft. Eine Regierung, die Milliarden in Aufrüstung steckt, von “Demokratiebildung” schwafelt, aber Mädchen bevormundet. Echte Frauenbefreiung erreicht man nicht, indem man Mädchen verbietet ein Kopftuch zu tragen, sondern mit einem Bildungssystem, das ALLEN Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung ermöglicht, die später ein unabhängiges Leben ermöglicht. Doch genau das steht im Widerspruch zur kapitalistischen Bildungspolitik, bei der es eben nicht um die Interessen und die Zukunft von Jugendlichen geht, sondern darum, die optimalen Arbeitskräfte der Zukunft zu produzieren.
Was tausende Jugendliche in Österreich gezeigt haben, sehen wir auch in Deutschland, Frankreich und vielen, vielen anderen Ländern: Jugendliche sind nicht unpolitisch! Sie sind bereit, sich gegen die Ungerechtigkeit zu wehren und für ihre Zukunft zu kämpfen. Das macht den Herrschenden Angst. In Frankreich antworteten sie mit brutaler Repression. Auch in Österreich gab es Einschüchterungsversuche und Repression an einigen Schulen. Hier ist es wichtig, betroffene Schüler*innen nicht alleine zu lassen, sondern gemeinsam jede Sanktionen der Direktionen zu bekämpfen.
20. November: der nächste Kampftag – Weil Rassismus, Militarismus und Krieg zusammen gehören
Zum Schulstreik hatte ein Bündnis verschiedener linker Organisationen aufgerufen, an vielen Schulen hatten sich auch Aktionskomitees gegründet. Die Sozialistische Offensive war in drei Städten Teil der Proteste. Überall gab es reges Interesse an unseren Flyern und unserem Vorschlag: nämlich die Dynamik dieses Protestes als Ansatzpunkt für weitere Mobilisierungen zu nehmen.
Ein Bündnis verschiedener Organisationen in Europa und Österreich ruft für den 20. November zu einem europaweiten Jugendstreik gegen Militarismus und Krieg auf. Unter dem Motto “Gegen ihre Kriege, für unsere Zukunft” wollen wir auch in Österreich den 20. November zu einem starken und jungen Protesttag machen. Der Rassismus des Kopftuchverbotes ist nur die andere Seite von Militarisierung und Aufrüstung. Es ist eine Politik bei der die Herrschenden immer brutaler auf dem Rücken, den Körpern oder eben auch den Leichen der Bevölkerung und v.a. der Jugend, ihre Profitinteressen durchsetzen will. Jugendlichen kommt dabei die Rolle des Kanonenfutters in kommenden Kriegen zu. Dafür müssen sie gehorchen. Und das sollen Jugendliche in der Schule lernen.
Damit sich die Menschen “unten” aber nicht verbünden gegen die Ungerechtigkeiten werden sie gespalten. Das Kopftuchverbot und andere rassistische Maßnahmen haben genau diesen Zweck. Uns zu spalten, damit wir die großen Probleme von Teuerung, von Zukunftssorgen, von Umweltzerstörung nicht gemeinsam bekämpfen. Auch deshalb war es so wichtig, dass beim Schulstreik Mädchen mit und ohne Kopftuch gemeinsam demonstriert haben. Ein wichtiger Anfang! Nach dem Schulstreik vom 9. 10. ist vor dem Jugendstreik am 20.11. Dafür braucht es DICH!
